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  • Nadia

#11 - Geduld ist eine Tugend – oder: man muss ja auch nicht alles haben, oder?!


Die letzte Zeit ist ein kleiner Hype durch die verschiedenen Sozialen Netzwerke gegangen, über den vielleicht auch der ein oder andere von euch gestolpert ist: gefrorene Seifenblasen.

Diese wunderschönen, filigranen Kugeln mit diesen herrlichen Miniatureisblumen, die einem beim Betrachten vor lauter Staunen den Mund offenstehen lassen. Kleine, gläserne Kunstwerke, die von ihren Machern gekonnt auf frostüberzogenen Ästen abgesetzt werden um sie dann gegen die (zufällig) gerade aufgehende Morgensonne zu fotografieren.

Ein goldener Lichtstrahl da, ein klein wenig Schnee hier und bäääm – das perfekte Postkartenfoto.

"Pffft - das kann ich dann ja wohl auch", dachte ich mir, "wäre ja gelacht ... "

Zuerst einen kurzen Blick aufs Wetter: das Tief Sabine bringt sibirische Kälte ins Land - Jippieh!

Dann noch ein Anruf bei meiner Schwester:

„He, wo bekomme ich denn diese Seifenblasenpustedinger her?“

„Öhm, überall?!“

„Achso …“

(Ihr abschätziger Tonfall war dabei schon etwas verletzend. Ich meine, woher soll eine verantwortungsvolle, erwachsene und kinderlose Person wie ich denn sowas auch bitte wissen…?)

Jedenfalls hab‘ ich mich gleich mit einem Jahresvorrat eingedeckt. Man weiss ja nie für was das Zeug noch gut sein könnte...

Im Internet habe ich dann gefühlt eine Million verschiedene Rezepte für die perfekte Blubberblasenmischung gefunden. Mit Maisstärke, Zucker, Sirup, Backpulver, Salz, Glyzerin,…

Ich hab‘ mich kurz gefragt, ob ich damit eine Folge Breaking Bad abdrehen könnte. Klang ja schon alles recht aufwendig. Aber gewissenhaft wie ich bin, wollte ich natürlich trotzdem auf Nummer Sicher gehen und hab‘ mir einfach mal alles besorgt.

Vorbereitung abgeschlossen.

Vollkommen euphorisiert ging’s Montags dann mit einem Freund zum (ersten) Versuch.

Eigentlich passte wirklich alles: wir hatten die perfekte Location, reichlich Frost, geladene Akkus, Schihandschuhe, lange Unterhosen, Temperaturen um die -10°C und eine tief stehende Sonne.

Perfekt … niiiiiiicht!

Denn es gab etwas, mit dem wir nicht gerechnet hatten: Wind.

Und nein, damit meine ich keine Windstärken von 12 Beaufort.

Ernsthaft, solltet ihr nach diesem Post auf die glorreiche Idee kommen, das Ganze selbst einmal zu versuchen: Es reicht, wenn ein Marienkäfer neben euch niest um die Blasen platzen zu lassen bevor sie gefrieren!

Frustriert (und vollkommen unterkühlt) mussten wir aufgeben.

Aber nicht mit mir, Freund Blubberblase.

Am Tag zwei startete ich noch einen Versuch.

Andere Uhrzeit, andere Location, absolute Windstille, …

Uuuuuund *trommelwirbel*:

Wieder nix, verfluchte @#*%@#*%

Keine Ahnung, was diesen kleinen Zicken gefehlt hat, aber schon wieder verpuffte eine Blase nach der anderen vor meinen verzweifelten Augen. Vielleicht war die Sonne dann doch zu viel des Guten oder der Cocktail nicht ganz ideal gemixt... was weiss ich. Aber immerhin hatte ich zum Trost ein paar hübsch glitzernde Seifenblasenfotos. Wenn auch ungefroren und ohne eisiger Verzierung…

Am dritten Tag neigte sich dann alles dem Ende zu:

- Die Kältewelle.

- Die Seifenlauge.

- Meine Geduld.

Doch dann, um ca. 6:30 Uhr MEZ, bei -12,5 °C war es dann aber endlich so weit: die dreitausendfünfhunderneunundzwanzigste Blase blieb liegen – und gefror!

Wuhuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuu!

Wer mich kennt darf sich jetzt gerne vorstellen, wie ich wie Rumpelstielzchen um diese blöde Blase herumgehüpft bin und dabei den Titelsong der Gummibärenbande gegröhlt habe (ist tatsächlich so passiert, ich steh' dazu).

Das Ergebnis hab' ich gepostet.

Und ja, ich bin auch ein Wenig stolz ... auf meinen Sturkopf - oder meine Geduld.

Das kann man jetzt nennen wie man will ;)


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